Donnerstag, 10. Dezember 2009

Konsum versus Kooperation

Alle Jahre wieder stelle ich mir die Frage, ob denn das Schenken zu Weihnachten Sinn macht und ob die Besinnung auf immaterielle Werte in diesem Zusammenhang nicht wichtiger ist.

Und da finde ich im Wirtschaftsteil der ZEIT einen Artikel, der das 'Hohe Lied' des Schenkens singt. Darin wird aber zunächste gnadenlos ökonomisch bewertet: Was den Schenkenden beispielsweise 50 EURO kostet, kann für den Beschenkten im schlimmsten Falle gar keinen Wert haben. Hier entsteht eine Fehlverteilung der Ressourcen, was die schlimmste Sünde für Ökonomen ist.

Im weiteren Verlauf wird das psychische Einkommen, das ein Geschenk auch bedeuten kann, angeführt. Hier geht es um Bindungsaufbau, Vertrauen, Liebesbeweise, etc.. Und aus dem kooperativen Blickwinkel betrachtet ist es genau das, worauf es ankommt: Beziehungen aufbauen und pflegen, etwas von sich geben und sich in den anderen einfühlen.
Dann klappt es auch mit der richtigen Verteilung der Ressourcen...

Dienstag, 1. Dezember 2009

Geistiges Duell

Gestern mein Sohn zu mir:

Ich möchte mich gerne mit Dir geistig duellieren, aber ich sehe, Du bist unbewaffnet.
Form gewahrt, Humor bewiesen, Situation gerettet, die Kuh war vom Eis.
So gehts auch...

Montag, 23. November 2009

Psychische Gesundheit...

...ist derzeit in aller Munde: Wer ist denn psychisch gesund? Haben wir nicht alle mal seelische Aussetzer, Ängste, Zwänge, Hochs und Tiefs?
Ja, das ist so, denn das seelische Gleichgewicht ist nun mal inneren biochemischen und äußeren Einflüssen und damit Schwankungen unterworfen. Freud definiert psychische Gesundheit als 'die Fähigkeit zu lieben und zu arbeiten'. Das ist eine sehr weit gefasste und doch differenzierte Beschreibung, wenn man sie zuende denkt.

Ich füge noch hinzu, dass derjenige psychisch gesund BLEIBT, der außerdem ACHTSAM mit sich selbst und seinen Bedürfnissen ist, diese erkennen und benennen kann, auch gegen soziale Widerstände. Hinzu kommt noch erlebte SELBSTWIRKSAMKEIT. Etwas bewirken zu können, Pläne umsetzen zu können.
Auch dazu ist KOOPERATION unverzichtbar. Denn die Wirksamkeit spiegeln die anderen wieder.

Donnerstag, 12. November 2009

Kooperation an der Basis

Heute auf dem Wochenmarkt in Unterhaching: Dort gibt es einen Bäckerwagen, der berühmt ist für sein Schmalzgebäck. Sie wissen schon, das sind diese figurunfreundlichen, mit Fett vollgesogenen Teile, die so oberlecker sind....
Und an diesem Bäckerwagen beobachtete ich heute folgende Interaktion: Zwei Jungs, etwa 10-11 Jahre alt, hatten dringend Lust auf so ein Schmalzteil, allein, das Geld reichte nicht aus für eine üppige Zuckerbrezen. Da erbarmte sich die Dame, die dahinter stand, und legte das fehlende Geldstück dazu. Sie brachte die Jungs zum Strahlen. Aber nicht nur die. Auch der fesche Bäckersmann freute sich sichtlich und schenkte den Buben noch 2 Quarkbällchen dazu.
Der Dame, die 6 von den Quarkbällchen kaufen wollte, zählte er vor ihren Augen 6 von diesen in die Tüte, und gab gleich noch 2 dazu, indem er die 5 und 6 wiederholte. Das war herrlich. Alle strahlten und für einen Moment war das Leben in Unterhaching ein kleines bißchen besser geworden.

Sonntag, 1. November 2009

Nutzt jedem, passt immer

Ist das nicht mal eine gute Nachricht aus dem Wirtschaftsteil der 'ZEIT'? Da hat die Internationale Fernmeldeunion beschlossen, dass es ab 2010 nur noch EIN Ladegerät für ALLE Handys geben soll.
Da kann man jederzeit und überall kooperieren: "Entschuldigen Sie, können Sie mir Ihr Kabel leihen...?" oder, "darf ich aushelfen, ich habe meines gerade griffbereit."
Nie wieder aus falscher Sparsamkeit das ein oder andere Gespräch verschoben, Photo verkniffen, Lied versagt.
Und dann kann man auch mal völlig zwanglos das ein oder andere Gespräch beginnen und auch als Mann den Hilflosen mimen...auch wenn man das eigene Kabel irgendwo sicher in der Tasche weiß...

Montag, 26. Oktober 2009

Weniger direkte Kooperation auf Langstrecke

Das kann man sehen wie man will: Manch Sitznachbar im Flieger regt nicht wirklich zum Plaudern an, zum Austausch über dargebotene Speisen beispielsweise oder über den Gesichtsausdruck der weiblichen Begleiterin.
Dennoch wird der ab nächstem Jahr mögliche Internetzugang auf Langstreckenflügen viele neue Kooperationsmöglichkeiten verhindern und manch Vorausurteil für immer aufrecht erhalten.

Da bleibt die Kooperation mit denen, die man schon kennt, deren EMails einen nun auch über dem Atlantik erreichen und denen man sich auch hier, in 10 km Höhe, nicht mehr entziehen kann.
Na dann: guten Flug, und schauen Sie vielleicht trotzdem mal rechts oder links, es könnte sich lohnen.

Montag, 19. Oktober 2009

Verbündeter in Sachen Liebe...

...ist der Fluß, der besonders im Kölner Raum menschliche Wesensmerkmale zugeschrieben bekommt und dessen Ausstrahlung und Geruch so unabdingbar dort zum Leben gehören, wie die Familie oder die Arbeit.
Na und genau dieser Strom, der Rhein, hütet abertausend süße Geheimnisse: Wenn man mit dem Zug nach Köln reist, und kurz vor Erreichen des Hauptbahnhofs langsam über die Deutzer Brücke tuckert, dann versucht man zunächst, einen Blick auf den Dom zu erhaschen. Fokussiert man aber die Brücke selbst, und die Gitter, die das Schienennetz von den Passanten und Fahrradfahrern trennen, dann sieht man unzählige Vorhängeschlösser daran hängen. Alle verschlossen.
Und von allen liegen die Schlüssel auf dem Grund des Rheins. Er hütet sie, gibt sie nicht mehr preis und ist somit der Verbündete in Sachen Unauflöslichkeit neuer, frischer, zarter Liebe. Da wünscht man sich, dass es sich für all die Schlüsselchen so bestätigt: "et hätt noch immer joot jejange..."